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Biogas in der Krise?

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TAB SPELLE setzt auf Schiffsmotoren - Biogas in der Krise?

Neuer Bereich ergänzt Angebot: Warum TAB Spelle jetzt auf Schiffs- und Dieselmotoren setzt

Spelle – Als TAB Spelle im Jahr 2008 – vier Jahre nach der Gründung – eine zweite Halle in Spelle baute, erlebte die Biogas-Branche gerade einen regelrechten Boom, erinnert sich Geschäftsführer Thomas Klatt, der auch die Firma Elektron in Spelle leitet. Das Unternehmen, das zwischenzeitlich in Rheine ansässig war und seit fünf Jahren im Gewerbegebiet Venhauser Bruch zu finden ist, ist spezialisiert auf Blockheizkraftwerke (BHKW) für Biogasanlagen.

Zu Hochzeiten habe TAB Spelle zeitgleich bis zu zwölf BHKW produziert, blickt Klatt zurück. Doch der Boom ist vorbei. Das Unternehmen hat sein Angebot daher jüngst um eine neue Sparte erweitert: Service und Reparatur von Diesel- und Schiffsmotoren.

Blockheizkraftwerke im Biogas-Bereich gehören aber nach wie vor zum Repertoire des Unternehmens mit zurzeit 22 Mitarbeitern. In den Anlagen wandeln spezielle Gasmotoren das erzeugte Biogas in Strom um. TAB Spelle verbaut und wartet diese Motoren – und repariert sie, in Notfällen auch kurzfristig. „Wenn da was kaputtgeht, ist es wichtig, dass es schnell wieder funktioniert, denn davon hängen die Stromerzeugung und, falls vorhanden, die Wärmenutzung ab“, erklärt Sohn Andre Klatt, der ebenfalls im Unternehmen tätig ist. Daher gibt es rund um die Uhr einen Notdienst.

Doch Biogasanlagen scheinen nicht mehr so gefragt zu sein wie noch vor einigen Jahren. „Aufträge für neue BHKW bekommen wir so gut wie gar nicht mehr“, sagt Thomas Klatt. Der Grund? Politische Entscheidungen, vermutet Andre Klatt. „Momentan werden Wind- und Solarenergie gefördert.“ Das könne sich zwar in Zukunft wieder ändern, doch aktuell hätten Biogasanlagen an Relevanz verloren – obwohl sie den Vorteil bieten, flexibel und unabhängig von äußeren Einflüssen wie Wind und Sonne zu sein, erklärt Andre Klatt.
Zwar gebe es für Großanlagen im Megawatt-Bereich noch Ausschreibungen vom Bund, ergänzt Bereichsleiter Anton Wasser. Doch der Bau von Kleinanlagen, auf die TAB Spelle spezialisiert sei, sei ziemlich zurückgefahren worden. Für das Unternehmen bedeutet das, den Fokus auf den Service und die Reparatur von bestehenden BHKW zu legen. „Wir modernisieren auch viele Anlagen“, berichtet Wasser weiter. Beim sogenannten Repowering werden ältere Komponenten durch leistungsstärkere ersetzt.

Um langfristig nicht mehr abhängig von politischen Entscheidungen zu sein, hat TAB Spelle zu Anfang des Jahres die neue Sparte Diesel- und Schiffsmotoren eröffnet. Verantwortlich für diesen Bereich ist Patrik Oevermann, der langjährige Erfahrung mit maritimen Motoren mitbringt.
Wie auch bei den BHKW setzt das Unternehmen auf Service und Wartung sowie auf die Reparatur der Motoren. Dafür sind die zuständigen Monteure mitunter in ganz Deutschland und auch im Ausland unterwegs, wie Oevermann berichtet. „Gerade in der Schifffahrt sind die Reparaturen häufig sehr kurzfristig.“

Im Gegensatz zu einem BHKW, das fest an Ort und Stelle steht, ist ein Schiff jedoch unterwegs. „Heute ist es in Hamburg, morgen schon in Bremen“, nennt Andre Klatt ein Beispiel. „Dementsprechend müssen die Einsätze geplant werden.“ Das sei für das Unternehmen eine neue Herausforderung.
Ein weiterer Unterschied ist die Vielfalt der Motoren. „In den BHKW sind hauptsächlich MAN-Motoren verbaut“, erklärt Thomas Klatt. TAB Spelle ist seit mehreren Jahren Vertreter für diese Motoren. Doch auf den Schiffen treffen die Monteure auf Motoren jeglicher Hersteller, mitunter schon mehrere Jahrzehnte alt, wie Oevermann berichtet. „Das ist die Abwechslung in der Schifffahrt.“

Seit Anfang Juni ist TAB Spelle auch Vertreter von Hatz-Motoren. „Das sind kleinere, luftgekühlte Motoren, die sehr robust und langlebig sind“, erklärt Oevermann. „Jedes Schiff hat in der Regel einen Hatz-Motor zur Stromerzeugung.“ Daher sei die Vertretung eine wichtige Ergänzung in der neuen Sparte.
Während es bereits einige Schiffe mit einem hybriden Antrieb – also Diesel- und Elektromotor – gibt, spielen Alternativen wie Wasserstoff und LNG zurzeit noch keine große Rolle in der Schifffahrt, weiß Oevermann. „Es gibt erste Projekte, aber die Infrastruktur ist bisher nicht vorhanden.“ Der Fokus auf Diesel- und Schiffsmotoren ist für TAB Spelle daher eine langfristig gedachte Absicherung, um nicht ausschließlich vom Biogas-Sektor abhängig zu sein.

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